Was ist ökologischer Weinbau?

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Weinhandel ist seit

1. Januar 2012

gewerblich abgemeldet.

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Es wird immer wieder die Frage gestellt, was denn eigentlich ökologischer Weinbau ist und ob es überhaupt möglich sei, auf Chemie etc. zu verzichten.

Der Begriff ökologisch ist seit einigen Jahren geschützt und sehr genau definiert.

Er unterliegt strengen Richtlinien der von der weltweiten Dachorganisation IFOAM anerkannten Anbauverbände, die sich nur gering unterscheiden. Anfängliche Schwierigkeiten in Anbau und in Qualität sind beseitigt, und immer wieder tauchen Bioweine hoch gelobt in der Presse auf.

Die Öffentlichkeit ist umweltbewusster, so dass sich Biowein immer größerer Beliebtheit erfreut.

Die Unterschiede im Anbau lassen sich im wesentlichen auf folgendes zusammenfassen:

Der Weinberg wird als komplexes Ökosystem angesehen, welches von vielen Wechselwirkungen abhängig ist. Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide), chemisch-synthetische Pestizide sind verboten.

Als Dünger dienen, angepasst an den Bedarf der Rebstöcke, lediglich organische Stoffe wie Kompost, Meeresalgen, Mist, Steinmehl, Knochenmehl und Nebenprodukte aus der Weinherstellung (Trester). Durch Zeilenbegrünung mit Leguminosen (wie Klee, Lupinen, Wicken) als Gründüngung wird — weg von der Monokultur — ein Naturkreislauf geschaffen, der als begünstigter Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna gilt. Nützlinge, d.h. Insekten und Tiere, die Schädlinge vertilgen, siedeln sich so an, dass Schädlingsbefall normalerweise unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle bleibt Spritzungen werden dadurch minimiert. Für den Pflanzenschutz verwendet man Mittel, die nicht in die Pflanze aufgenommen werden (z.B. Brennesselsud) und so später nicht im Wein vorkommen. Der Boden wird schonend gemäht, gewalzt oder oberflächlich gemulcht und gehackt, wodurch sich das Bodenleben selbst regulieren kann. Der Boden bleibt artenreicher. Durch den ökologisch ausgeglichenen Standort kann die Rebe Widerstandskraft aus sich heraus bilden, ist so weniger anfällig für "Zivilisationskrankheiten". Dass ökologischer Anbau kein Hirngespinst von "grünen Anarchisten" ist und Konsumenten durchaus Interesse daran zeigen, haben bereits die großen Marktketten begriffen. In ihrem Angebot lassen sich vermehrt auch echte Ökoprodukte finden, aber leider auch solche, welche aus "naturnahem" oder "integriertem Anbau" stammen, also konventionell angebaut sind.

Ökowein ist nur der, auf dem auch ökologisch oder biologisch draufsteht!

Ziel und Zweck des Biowinzers ist die Erzeugung eines Produktes mit Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit, wobei der Weinberg, die Verarbeitung etc. als großer Kreislauf erlebt wird. Der konventionelle Anbau zieht in vielen Bereichen (z.B. Zeilenbegrünung) dem Bioanbau nach, und in den landwirtschaftlichen Versuchsanstalten werden die Bio-Pioniere mittlerweile ernstgenommen.

Wichtigstes Bestreben jeder Landwirtschaft sollte es sein, Mensch und Natur gesund zu erhalten. Realisiert wird das im Moment nur durch den verantwortungsvollen Biobauern.

Naturnaher oder Integrierter Pflanzenanbau:

Ende der 70er Jahre wurde der Begriff geprägt. Hier ist der Einsatz von chemischem Dünger und von Herbiziden erlaubt. Chemisch-synthetische Fungizide und Pestizide werden ab einer bestimmten Schadensgrenze (der wirtschaftlichen Schadensschwelle) oder bei starkem Vor-jahresbefall vorbeugend eingesetzt. Bei steigendem Misstrauen gegen die Umweltchemikalien propagierte auch die chemische Industrie das Prinzip des integrierten Anbaus. Wegen mangelnder Verwirklichung echt integrierender Maßnahmen, z.B. der Einsatz von Nützlingen, verlor das Anliegen an Ernsthaftigkeit. Heute zählt ein vernünftiges Umgehen mit chemischen, synthetischen Mitteln als Selbstverständlichkeit.

Es ist keine echte Abgrenzung gegenüber dem „konventionellen Landbau“, sondern das ist der konventionelle Landbau. Integrierter Anbau hat also nichts mit ökologischem, sondern eher mit ökonomischem Anbau zu tun.


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